Sprachen retten: zum Beispiel Manx

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Kann man eine Sprache ohne Muttersprachler wiederbeleben?

Wappen der Insel ManUm das Plattdeutsche steht es nicht zum besten und die Totenglocken für diese Sprache wurden schon oft geläutet. Ist es schon zu spät, diese schöne Sprache zu retten?

Nein, natürlich ist es nicht zu spät. Es gibt immer noch Muttersprachler, viele Menschen können Platt zumindest einigermaßen verstehen, es gibt eine reichhaltige Literatur und die Sprache ist gut dokumentiert. Aber was wäre, wenn die letzten Muttersprachler schon gestorben wären? Wäre es dann zu spät?

Andere Sprachen waren schon einmal so weit heruntergekommen: der letzte bekannte Muttersprachler war gestorben. Was kann man dann noch tun?

Fallbeispiel Manx

Zwischen Großbritannien und Irland liegt die kleine Insel „Isle of Man“. Mit 572 Quadratkilometern ist sie etwas größer als Malta, sie hat aber nur 85.000 Einwohner. Auf Man gibt es eine einheimische keltische Sprache, genannt „Manx“, ein Verwandter des Irischen. Und 1974 ist diese Sprache mit Ned Maddrell gestorben. Er war der letzte Sprecher, der diese Sprache als Kind gelernt hatte, und er war noch nicht einmal Muttersprachler gewesen.

Zu dieser Zeit gab es aber schon einige Sprachenthusisten, die sich zum Ziel gesetzt hatten, Manx erneut zum Leben zu erwecken. Einer von ihnen war Brian Stowell, der erst zu Studienzeiten lernte, die Sprache fließend zu sprechen. Er war es dann auch, der die Tonbandaufnahmen der letzten Muttersprachler durchführte. Außerdem hatte die Sprache eine lange Tradition als Schriftsprache.

Wie ging es weiter? Auch andere Einwohner der Insel setzten sich hin und lernten die alte Sprache ihrer Heimat. Einige von ihnen zogen sogar ihre Kinder mit Manx als erster Sprache auf. Und so gibt es heute wieder Menschen, deren Muttersprache Manx ist.

Was bedeutet das für unser Plattdeutsch?

Ja, um das Plattdeutsche könnte es besser stehen, aber was die Leute von der Isle of Man hinbekommen haben, das können wir auch schaffen. Man braucht nur ein paar Enthusiasten, die diese Sprache wieder erlernen und die diese Sprache dann auch an ihre Kinder weitergeben. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen.

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