Die Staatsschulden auf Plattdeutsch: Zählen bis zu den richtig großen Zahlen

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Geld zählenHeute geht es um die richtig großen Zahlen. Bis hundert hatten wir letztes Mal gelernt. Jetzt machen wir das fertig. Bis hin zu den Staatsschulden auf Plattdeutsch. Viele neue Wörter brauchen wir dafür nicht.

dusend

Die nächst größere Zahl ist die 1000, die heißt auf Plattdeutsch dusend. Ein Beispiel:

745.567 – sövenhunnert fiefunveertig dusend fiefhunnert sövenunsösstig.

Mir ist klar: das sind Buchstabenmonstren, die sich nur schlecht lesen lassen. Deshalb schreibt man Zahlen üblicherweise in Ziffern und nicht in Buchstaben. Aber wir wollen diese Zahlen ja auch aussprechen können. Und deshalb wollen wir das heute mal durchbuchstabieren.

Was kommt nach dusend?

Die Million

Die 1.000.000 heißt auf Platt so wie „op hooch“: Million. Mehrzahl: Millionen. So steht das Wort auch im „Sass“, dem Plattdeutschen Duden. Man findet zuweilen auch die phonetische Schreibweise „Milljoon“, Mehrzahl „Milljonen“. Da es sich hierbei aber auch im Hochdeutschen um ein Fremdwort handelt, greift meiner Meinung nach der Sass’sche Grundsatz zur Schreibweise von Fremdwörtern:

Fremdwörter schreibt man nach der hochdeutschen Schreibweise, wenn sie nicht  wesentlich anders als im Hochdeutschen ausgesprochen werden. (Sass, Regel 21)

Ist ja nur meine Meinung, und die von Sass. Am Ende schreibt man das ohnehin in Ziffern, und die Aussprache ist gleich. Von daher ist die Frage Million vs. Milljon eine „exercise in futility“, wie man auf Englisch so schön sagt.

Die Milliarde

Die 1.000.000.000 ist die Milliard. Da fällt im Vergleich zum Hochdeutschen das -e ab. (Das ist übrigens auch sonst im Plattdeutschen der Fall, Lamp statt Lampe etc.) Und nein, das ist keine wesentlich andere Aussprache als im Hochdeutschen, und deswegen werde ich nicht Milljard schreiben…

Die Mehrzahl heißt übrigens Milliarden. (Jemand überrascht?)

Und der ganze Rest

Die Mathematiker haben noch Namen für Zahlen, die weit darüber hinausgehen. Da kommen dann

  • Billion/Billionen
  • Billiard/Billiarden
  • Trillion/Trillionen
  • Trilliard/Trilliarden.

Das geht dann alles so wie im Hochdeuschen, nachzulesen z.B. in der Wikipedia unter dem Stichwort Zahlennamen.
Nur auf das -e aufpassen, das am Wortende abfällt.

Een oder nicht-een?

Bei der Million und die Millarde handelt es sich übrigens um Substantive. Deshalb schreiben die sich immer groß, und wenn es nur eine ist, steht auch „een“ davor. 100 und 1000 sind hingegen Zahlwärter, und da heißt es einfach nur „hunnert“ oder „dusend“. Man „een dusend“ geiht ok.

Beispiele

Kommen wir zu den versprochen Staatsschulden. Das ändert sich ja sekündlich. Nachzulesen z.B. auf der Schuldenuhr.

Ich lese da gerade 2.146.866.298.700 €

Dat sünd
twee Billionen
eenhunnert sössunveertig Milliarden
achthunnert sössunsösstig Millionen
tweehunnert achtunnegentig dusend
sövenhunnert Euro.

Die wissenschaftliche Notation

Weil diese Zahlenungetüme sich so schlecht aussprechen lassen, gibt es in der Mathematik eine Schreibweise, mit der man mit großen Zahlen besser umgehen kann. Die „wetenschopliche Notatschoon“.
z.B. das Ampere. Wenn durch ein Kabel ein Strom mit der Stromstärke von einem Ampere fließt, dann kriechen da in einer Sekunde 6,24151·1018 Elektronen durch, also auf Platt:

söss Komma twee veer een fief een mal teihn hooch achteihn Stück.

Ein kleiner Ausblick

Nächstes Mal besprechen wir die Ordinalzahlen, also der erste, zweite, dritte etc. Bis dahin sage ich Tschüss.

Born vun dat Bild: Velen Dank an Tennekis, Wikimedia Commons/     BaristaCountingTips.jpg, Lizenz. Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported licence.

Ein Gedanke zu “Die Staatsschulden auf Plattdeutsch: Zählen bis zu den richtig großen Zahlen

  1. Diese Zahlwörter gibt es im Plattdeutschen seit mindestens 95 Jahren. Denn im Jahr 1923 kostete mal ein Brot eine Milliarde Mark („ene Milliard Mark“).

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